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Geschichte von Egon Wegst

 

ZUM GEDENKEN AN EGON WEGST UND ZU EHREN DES VERSTORBENEN AUTOMOBILSPORTLERS EGON WEGST, WOLLEN WIR POSTHUM AUCH DAFÜR DANKEN, DASS ER GERADE JUNGEN NACHWUCHSAUTOMOBILISTEN VORLEBTE, DASS AUTOMOBILSPORT NICHTS MIT RASEREI ODER RÜCKSICHTSLOSEM FAHREN ZU TUN HAT.

Er formte aus jungen Menschen verantwortungsvolle Autofahrer, die bei ihm die "Hohe Schule des Autofahrens" erlernten. Als aktiver Rallyefahrer erreichte Egon Wegst die höchste sportliche Auszeichnung, die der ADAC zu vergeben hat: Das goldene Sportabzeichen mit Brillianten.

Der mehrmalige Südbadische und fünffache Südwestdeutsche Rallyemeister blieb trotz seiner überragenden Erfolge immer der sympathische und kollegiale Sportler. Oft traf man an seiner Tankstelle in Gernsbach Motorsportler aus ganz Deutschland, die sich von ihm beraten ließen. Er war Mitbegründer des AC Eberstein, er engagierte sich für das Bergrennen in Gernsbach und die Slalom-Veranstaltung auf dem Gelände von Daimler-Benz in Gaggenau.

Egon Wegst setzte sich bewusst für die Jugendverkehrserziehung ein und war für junge Menschen eine Vertrauensperson und ein Vorbild. Als mehrmaliger erfolgreicher Privatfahrer der Rallye Monte Carlo gelang es ihm, auch zu französischen Automobilclubs Beziehungen aufzubauen. Nach seinem Ausscheiden aus dem aktivem Arbeitsleben zog der ehemalige Gernsbacher ins Elsass nach Eberbach. Von dort aus aktivierte er die Zusammenarbeit mit dem ASA Rhin, um einen länderübergreifende Rallye durchzuführen mit dem Erfolg, dass 1994 die Rallye d’Alsace du Vignoble zusammen mit der ersten Rallye AC Eberstein im Raum Selestat durchgeführt wurde.

Wir, die die Historik-Baden zum Gedenken an Egon Wegst veranstalten, können alle unzählige Geschichten über und mit ihm erzählen und alle handeln von Freundschaft, Fairness und Lebensfreude.

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AUTOMOBILGESCHICHTE BADEN-BADEN

DIE AUTOMOBILGESCHICHTE VON BADEN-BADEN VON 1887 BIS 1934

Baden-Baden besitzt eine tief verankerte Automobilgeschichte.
Seit 1887 ist das Automobil in Baden-Baden  immer wieder eine Schlagzeile wert.
Vom 12. -14. Oktober des Jahres trafen sich die Ingenieure Gottlieb Daimler  und Wilhelm Maybach in Baden-Baden.
Gottlieb Daimler stellte sein erstes Motor betriebenes Boot auf dem Waldsee vor. Auch eine Motor betriebene Draisine wurde auf den Gleisen des  Baden-Badener Bahnhofs (heute Festspielhaus) erprobt.
So kam auch der Automobilsport nach Baden-Baden. In den Jahren nach 1890 gab es schon Wertungsfahrten für Automobile. Gestartet wurde in Mannheim Ziel war Baden-Baden.

1894
Der Baden-Badener Josef Vollmer gründete eine Firma zur Fabrikation von Motorfahrzeugen in Gaggenau. 
Dort baut Josef Vollmer den zwei und dreisitzigen Phaeton genannt „Orent-Express“. Bis 1899 wurden dort 350 Fahrzeuge gebaut.

1902
Bei der alljährlichen Prüfungsfahrt Mannheim Baden-Baden werden von der Südbadischen Automobilfabrik in Gaggenau vier Fahrzeuge eingesetzt.

1903 10. Mai
Gesellschaftsfahrt des Rheinischen Automobilclub von Mannheim nach Baden-Baden.
63 Wagen gehen in Mannheim am Schlachthof an den Start um die 69 Km lange Qualitätsfahrt über Seckenheim, Schwetzingen, Waghäusel, Wiesenthal, Linkenheim, Karlsruhe, Ettlingen, Rastatt, Oos nach Baden-Baden führte.
Der Mailländer Ugo Ricordi gewann die Fahrt in 2 Stunden und 37 Minuten was einen Durchschnittsgeschwindigkeit von 38,3 Stundenkilometern entsprach.

1905 vom 10. bis 17. August
Deutsche Automobilwoche in München.
Dort Startet die erste Herkomer-Konkorrenzen. Diese Veranstaltung setzt sich aus der Ausstellung und Beurteilung der Schönheit, Linienführung und Bequemlichkeit der Fahrzeuge zusammen. Weiter gehörten zwei Schnelligkeitsprüfungen und schließlich eine 1000 Kilometer lange Zuverlässigkeitsfahrt durch Süddeutschland über Ulm, Freudenstadt, Baden-Baden, Stuttgart, Nürnberg zurück nach München dazu.

1906
Der Junge Karl „Charly“  Kappler aus Gernsbach betritt die Bühne des Automobilsports. Als Mitarbeiter der Südbadischen Automobilfabrik Gaggenau (SAG), erhält er bereits „ausnahmsweise“ mit 15 Jahren den Führerschein.
Der Murgtäler, geboren am 21 August 1891 wird nach dem ersten Weltkrieg einer der bekanntesten deutschen Rennfahrer, auch im Ausland.

1909
Im Rahmen der großen Woche in Baden-Baden, zum Pferderennen in Iffezheim. Unter dem Protektorat des Internationalen Clubs bietet Baden-Baden den Gästen einen großen Blumenkorso mit prachtvollen und aufwendig geschmückten Automobilen und Wagen an. Zahlreiche Ehrenpreise sind ausgeschrieben. So zum Beispiel: Ihre Königlichen Hoheit der Großherzogin Luise oder der „ seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Wilhelm zu Sachen - Weimar.

1910 – 1911
Der Blumenkorso für Automobile und Wagen stößt immer wieder auf großes Interesse. Das Programm ist mit dem der Vorjahre identisch.

1914 – 1918
Erster Weltkrieg

1921 9. – 13. Oktober
Die große Zigarettenfabrik Batschari gründet gemeinsam mit dem Baden-Baden Automobilclub das 
1. Baden-Baden Automobil Turnier.
Regional stößt diese Veranstaltung auf großes Interesse. Es besteht aus einer Bergfahrt und einem
Schönheitswettbewerb. Das Baden-Badener Automobil Turnier wird in den nächsten 12 Jahren die Krönung des Deutschen Automobilsports werden.

1922
kommen dann noch Steigungsprüfungen und das Flach- rennen dazu.

1923 
finden wir das erste mal den Namen Rudolf Caracciola in der Siegerliste.

1924
Das 4. Baden-Badener Automobil Turnier wird als Sternfahrt ausgerichtet. In München starten 23 Autos von den 20 Fahrzeuge am Ziel auf der Roten Lache, einem 11 Kilometer von Baden-Baden und 897 Meter hoch gelegenen Aussichtstort eintreffen. Nach badischer Sitte macht Kirschwasser zur Begrüßung die Runde. Dann Fahrt man hinunter nach Baden-Baden.

1925
Erste Robert Batschari-Fahrt.
Über 1000 Kilometer sind in 24 Stunden zu fahren. Während dieser 1000 Kilometer darf, so lautet die Bestimmung, der Motor nicht abgestellt werden.
Start ist in München während der Deutschen Verkehrsausstellung.

1926
6. Baden-Baden Automobil Turnier mit den Komponenten: Sternfahrt, Flachrennen, Bergrennen und Schönheitswettbewerb. Um die Gesamtwertung bewerben sich 19 Fahrer. Unter den Startern ist wieder Rudolf Caracciola und Lokalmatador Charly Kappler wettere Starter sind Christian Werner, Fürst von Turn und Taxis und der Kurstädter Hotelier Willy Brenner. Rudolf Caracciola gewinnt das Rennen auf einem 140 PS starken Mercedes mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 139,5 Stundenkilometer.
Im September veranstaltet der ADAC im Rahmen der Herbstsporttage die 3. Bergprüfungsfahrt hinauf zum Schloss Hohen-Baden (Altes Schloss) und eine Ballonverfolgungsfahrt.

1927
Beim 7. Baden-Baden Automobil Turnier führt ein Bergrennen durch den Stadtwald von Malschbach über den großen Zimmerplatz bis zur Bühlerhöhe. Auch diese Rennen war ein Duell zwischen Mercedes und Bugatti. Der Zieleinlauf war Rudolf Caracciola vor Willy Walb und von Wentzel – Mosau.

Zur Deutschen Tourenfahrt des ADAC im August von Halberstadt nach Freiburg trafen im Etappenziel Baden-Baden 325 Teilnehmer ein.

Vom 9. bis 11. September wurden die 4. Baden-Baden Herbstsporttage veranstaltet mit Genehmigung der Obersten Nationalen Sportbehörde. Eine Großveranstaltung des ADAC Gau Baden und Rheinpfalz. 145 Teilnehmer standen um ein Uhr früh vor dem Kurhaus am Start. Den Auftakt machte eine Zuverlässigkeitsfahrt durch den Schwarzwald. Die 550 lange Rundfahrt führte hinauf bis nach Konstanz und zurück nach Baden-Baden.

1928 27. Juni bis 1. Juli
8. Baden-Baden Automobil Turnier mit Geschicklichkeitsprüfung und Internationalem Schönheitswettbewerb, Blumenkorso, Flachrennen auf der Strecke Rastatt – Ettlingen fünf Kilometer lang. Bergrennen von Geroldsau auf die Bühlerhöhe 10 Kilometer lang.
Am Start Rudolf Caracciola, Charly Kappler, Prinz von Leinigen und Hans Stuck.

1929
9. Baden-Baden Automobil Turnier
wird als Internationale Veranstaltung vom Automobilclub Recconnus in Paris aufgenommen.

1930
10. Baden-Baden Automobil Turnier vom 25. bis 29. Juni.
7. Juli.
Erster Spatenstich für den Bau der Schwarzwaldhochstraße.

1931 vom 24. bis 28 Juni.
Internationales 11. Baden-Baden Automobil Turnier. Das Turnier findet wie folgt statt: 
Internationale Sternfahrt „ Europapreis von Baden-Baden“ (Zickzackfahrt zu den europäischen Hauptstädten) und Kreuz und Querfahrt nach Baden-Baden. Anschließend Bergrennen, Geschicklichkeitsprüfungen im Kurgarten und Blumenkorso.

5. und 6. September
7. Herbstsporttage des ADAC mit Ziel und Zickzackfahrt sowie Ballonverfolgungsfahrt.

1932
Internationales 12. Baden-Baden Automobil Turnier.
48 Stundenfahrt um den Europapreis der Stadt Baden-Baden und den Deutschlandpreis des Badischen Automobilclub im AvD.

1933 vom 21. bis 23 Juni.
Internationales 13. Baden-Baden Automobil Turnier wird gemeinsam mit der 2000 Kilometerfahrt durch Deutschland veranstaltet.
Start und Ziel ist vor dem Theater in Baden-Baden. Die 2000 Kilometerfahrt ist eine harte Vollgasfahrt.
2000 Kilometer am Stück ohne Pausen. Die Strecke führt von Baden-Baden nach München, Zwickau, Dresden, Berlin, Köln, Nürburgring durch die Pfalz zurück nach 30 Stunden Fahrt in die noble Bäder und Kurstadt Baden-Baden.
Weltklassefahrer wie Hans Stuck, Huschke von Hanstein, Manfred von Brauchitsch der Junge Bernd Rosemayer und Ferry Porsche standen auf der Starterliste.

1934 vom 21. bis 22 Juli
Erneut Start und Ziel der 2000 Kilometer durch Deutschland in Baden-Baden. Alles was Rang und Namen in der Automobilwelt hat, ist dabei. 2195,8 Kilometer Quer durch Deutschland ohne Pausen.
Die ersten drei Plätze werden von FIAT Balilla –Sport -Wagen besetzt.
Nach dem Dreifachsieg der Italiener sorgen die braunen Machthaber in Berlin dafür, dass es zu keiner weiteren Auflage des Automobil – Großereignisse kommt.